OmicsGlioma - personalisierte Therapie für Hirntumore

  Wichtige Fragen und Antworten 

Welche Tumore kommen für eine molkular-basierte personalisierte Therapie in Frage ?

Personalisierte omics-basierte Therapie ist eine experi-mentelle Therapie. Versorgungsstrukturen für diese Diagnostik und Therapie sind weltweit noch in Entstehung.

Tumore für die eine etablierte Standardtherapie existiert, wie die Bestrahlung kombiniert mit Temodal für das neu dia-gnostizierte Glioblastom, sollten in jedem Fall zunächst diese Standardtherapie bekommen. Es gibt aber erste Berichte, die eine Kombination der Standardtherapie mit omics-basierten Therapien für Glioblastome zeigen.

Bis umfangreichere Erfahrung vorliegt, sollte sich die omics-basierte Therapie auf schwer zu behandelnde bösartige Tumore, wie das Glioblastomrezidiv, Astrozytom WHO III Rezidive, anplastische Meningeome und andere seltene Hirntumore beschränken, für die bislang keine anderen wirksamen Therapien bekannt sind

Die 4D Analyse soll die Entwicklung molekularer Mechanismen vom neu diagnostizierten Tumor, unter der Therapie und zum Zeitpunkt des Rezidivs, sowie eine möglichst große Anzahl von Zellkomponenten verschiedener Regionen berücksichtigen.

Dieses benötigt also Proben des Tumors möglichst zum Zeitpunkt der ersten Operation/Diagnose und zum Zeitpunkt des Rezidivs. Proben aus mikrochirurgischer Operation oder auch stereotaktische Probeentnahmen sind geeignet. Die benötigte Menge an Tumormaterial ist sehr gering.

Die Proben müssen anders als in der Routine sofort in flüssigem Stickstoff gefroren werden um die genetische Information möglichst gut zu erhalten. Die Proben können über Jahre in -80 Grad gelagert werden. Die omics-basierte Analyse kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen wenn eine personalisierte Therapie in Erwägung gezogen wird.

Was benötigt die 4D - Analyse eines Glioblastomrezidivs ?

Gibt es keine Probe aus der Operation oder Biopsie des Primärtumors, ist dennoch eine omics-basierte Analyse der Proben des Tumorrezidivs möglich, auch eine personalisierte Therapie. Auch wenn nur eine schockgefrorene Probe aus einer Region des Tumors vorliegt ist eine personalisierte Therapie möglich. Allerdings sind solche einzelnen Proben möglicherweise nicht repräsentativ für den ganzen Tumor, die Aussagekraft der genom-weiten Analyse unsicherer.

Gibt es nur das für die Routinediganostik und Histologie gewonnenen fixierte und Parafin eingebettete Tumor-material, ist wegen der häufig darin schlechter erhaltenen molekularen (RNA) Information eine omics-basierte Diagnostik bisher nur mit speziellen Verfahren möglich.

Deshalb ist es sehr wichtig die benötigte Probenart, Zahl und Zeitpunkte mit den behandelnden Ärzten im Detail möglichst früh zu besprechen.

Ist eine molekular-basierte personalisierte Therapie des Rezidivs möglich, wenn es keine Proben gibt ?

Die bioinformatische Analyse sucht nach molekularen Eigenschaften, die für einen therapeutischen Angriff geeignet sind. Dabei simuliert die Software den Effekt von Substanzen, die für die Tumortherapie zugelassen und deren Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile bekannt sind. Dieses sind nicht notwendigerweise Substanzen, die bisher in der Glioblastom-therapie eingesetzt werden.

 

Zu welchem Grad ein individueller Tumor von bestimmten Angriffspunkten und Signalwegen abhängig ist, kann erst die Analyse zeigen, auch ob die dann gefundenen Angriffspunkte den simulierten Substanzen zugängig sind ergibt erst die Analyse. Die tatsächliche Wirksamkeit ist dann noch von vielen individuellen Faktoren abhängig, die heute in den Analysen noch nicht berücksichtigt werden können.

 

Auch muss sehr genau geprüft werden, ob eine als wirksam simulierte Substanz dem betroffenen Patienten gegeben werden kann. Dieses hängt wie bei jeder Therapie auch von individuellen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen ab.

Was sind mögliche Ergebnisse einer omics-basierten Diagnostik und welche Therapien gibt es dann ?

Kann ich schon heute eine omics-basierte Diagnostik und personalisierte Therapie bekommen ?

Omics-basierte Diagnostik und daraus abgeleitete personalisierte Therapien sind bisher an wenige forschende Institutionen mit speziellen Forschungs-projekten gebunden und nicht allgemein zugänglich. Die NGS Methodologie und bioinformatische Analyse steht aber global zur Verfügung, die Therapie selbst dann kann in allen onkologisch erfahrenen Einrichtungen erfolgen.

Bezahlt die Krankenkasse eine solche Therapie ?

Krankenkassen bezahlen bislang eine solche Diagnostik in der Regel nicht, Krankenhäuser, auch große akademische Einrichtungen bieten diese Diagnostik in der Routine auch noch nicht an.

Krankenkassen sind auch nicht verpflichtet Therapiekosten mit Substanzen zu zahlen, die für die jeweilige Erkrankung nicht zugelassen sind. Da fast alle der hier  potentiell wirksamen Substanzen nicht in der Glio-blastomtherapie zugelassen sind müssen Einzelanfragen den Kassen gestellt werden, die bei Fällen ohne therapeutische Alternativen die Behandlungskosten im Einzelfall übernehmen können.

Auch vor diesem Hintergrund ist es wichtig solche Diagnostik und Therapie genau zu planen.

Neurochirurgie Universitätsmedizin Mainz
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